Das kennzeichnet Vancouver. Am Nordufer ragen gleich dicht bewaldete Berge auf, über 1000 m immerhin direkt von Sealevel. Einer davon, der Grouse Mountain, ist als "Hausberg" mit einer Seilbahn erreichbar (recht teuer), ein anderer ist der Mt. Seymour, mit Straße und also Auto erreichbar. Beide sind etwa gleich hoch, beide bieten eine wunderschöne Aussicht auf die Buchten rund um Vancouver und auf Vancouver selber. Das hat mich natürlich sehr gereizt, aber das Wetter... In Vancouver war es sehr schön sonnig morgens, aber über den Gipfeln im Norden standen Wolken, rückten auch nicht zur Seite. Ich habe zuerst den waldigen Lynn Canyon besucht, ein beliebtes Ausflugsziel dicht an North Vancouver, sehr nett, und habe es dann gewagt, auf den Mt. Seymour zu fahren, 13 km Serpentinenstraße, aber gut für den Wintersport ausgebaut. Da oben ist Skiareal (Doppelmayr baut gerade neu), im Sommer Wandergebiet mit gezeichneten Wegen, weil es ein Provincial Park ist, also keine Wildnis.
Es war oben sehr wenig los, wiewohl ich nicht der einzige war, der sich auf den völlig von Wolken eingehüllten Berg begeben hatte. Es gab sogar zu allem entschlossene Wanderer. Einige Rückkehrer erzählten mir, vorhin sei es mal für Minuten aufgerissen, sei ein toller Blick gewesen. Das motivierte mich, auf den nahen Dinkey Peak zu gehen, einen richtigen steinigen Bergpfad steil hinauf, ca. eine halbe Stunde Weg dort hin. Ich hoffte noch - war aber vergebens. Nichts als Nebel und Wolken, seht selbst das einzige Foto von da oben. Schade, aber nicht zu ändern. Morgen habe ich zu Beginn meiner Weiterfahrt in die Rocky Mountains noch eine neue Chance im Cypress-Park, da soll die Aussicht auch toll sein. Wenn die Wolken es zulassen.
Bin dann wieder zurück nach Vancouver downtown über die Lions Bridge, dreispurig, morgens 2 rein, eine raus, ab mittags 2 raus, eine rein. Ich fuhr genau gegenläufig und erwischte beide Male nur eine Spur = Stau, hielt sich aber in Grenzen. Die Lions-Brücke heißt übrigens so, weil seinerzeit der Lions-Club Vancouver den Bau finanziert hat, für immer mautfrei. Gute Idee, es gibt doch auch bei uns Lions-Clubs...
Den Nachmittag habe ich gemütlich in der Sonne auf Granville Island verbracht, also gerade bei "mir" (downtown) gegenüber, alle 5 Minuten verkehrt eine kleine Personenfähre unten vom Sunset Beach / Aquatic Centre. Da ist immer viel los, ein echter, sehr schöner und üppiger Markt, alle möglichen Lebensmittel und Fressbuden natürlich. Dazu Boutiquen, Restaurants, Freiplätze, Musikanten, viel fröhliches und zufriedenes Volk. Wer hier hin kommt, will es sich einfach gut gehen lassen zwischen den Brücken. Ich habs genossen, zumal noch einmal Pazifikwasser schnuppernd. Denn den Pazifik, der mich die ersten drei Wochen begleitet hat, verlasse ich morgen endgültig. Es geht dann "East" ins Land hinein.
Vancouver ist einfach wunderschön, eine tolle Stadt, nicht zu groß, noch recht übersichtlich, wenig Hektik, viel gutes Leben. Selbst den Pennern scheints hier besser zu gehen als anderswo, wenn sie noch was übrig haben, um Möwen und Tauben zu füttern.
Noch ein Tipp: Fast so angesagt wie Stepho's ist auf Davie's jetzt La Brasserie: klein, man braucht viel Glück für einen Platz, warten lohnt aber!
Die Fotos von heute gibts im schon vorhandenen Webalbum ab Foto Nr. 52, hier der Link zum Google-Webalbum.
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Mittwoch, 22. August 2012
Wieder in Vancouver!
Zurück in Vancouver. Halbzeit. Pause. Ein gutes Essen und ein paar Drinks. "Bergfest". Die Hälfte der Reise ist um. Wie die Zeit rast!
Trotz der wunderschönen, sonnigen Überfahrt von Vancouver Island (Nanaimo) nach Horseshoe Bay (Vancouver) hat sich mir die Schönheit der Bergpanoramen (schneebedeckt!) in der Mitte von Vancouver Island nicht enthüllt. Auch meine zweite Chance auf einen schönen Ausblick auf der Rückfahrt von Campbell River nach Nanaimo konnte ich wegen der vielen Wolken, die die ganze Insel einhüllten, nicht nutzen. Nur einmal lugten zwischen den Nebelwolken weiße Spitzen hervor. Es muss ein großartiges Panorama sein!
Abends in Vancouver war es wunderbar sonnig und sommerlich warm. Ich habe es genutzt, war zwar nicht bei "Stepho's" (der Hype um dieses viel gerühmte griechische Lokal besteht immer noch, wie die langen Schlangen abends zeigen), sondern bei einem Griechen daneben, da gabs aber auch gutes Essen und auch Platz. Gefüllt war es aber auch dort gut wie überhaupt in den Lokalitäten auf Davie's. Die Straße hat einfach was, ich liebe sie!
Heute wollte ich mich eher weniger planvoll treiben lassen. Es wurde dann aber doch ein volles Progamm. Zunächst bin ich mit dem Sky Train (so heißt hier die Metro) hinaus nach Metrotown gefahren, schon in Burnaby, dem Nachbarort, gelegen. Dort gibts die "Metropolis" die größte Mall von BC. Ich hatte Lust auf Shoppen und wollte außerdem dem Tipp des Reiseführers folgen, die schöne Aussicht aus dem Sky Train zu genießen, die einem die Stadtrundfahrt erspare. Stimmt auch. - Die Mall ist riesig, aber so richtig hat mich nichts "angesprungen". War also ein billiges Shoppen, nur Gucken. Da ich mit dem Rückfahrticket auch umsteigen kann, entschloss ich mich spontan, von Vancouver Waterfront aus den Sea Bus hinüber nach North Vancouver zu nehmen.
Das war eine gute Sache und ist jedem zu empfehlen: Toller Blick auf den Hafen und die Lions Bridge, zurück dann auf die City. Drüben am Nordufer ist gleich der Lonsdale Quai mit dem sehenswerten Lonsdale Market. Wer bis dahin keinen Hunger hatte: Dort bekommt er ihn, ich war passend zum Lunch da. Dabei überlegte ich mir, doch gleich nach der Rückfahrt nach Vancouver Downtown das Ticket des Sea Bus zur Weiterfahrt mit dem Bus zum Stanley Park zu nutzen. Der Sea Bus ist nämlich ein öffenliches Verkehrsmittel und kostet "2 Zonen", d.h. $ 3,75 je Fahrt. Eine Hafenrundfahrt kostet ein Vielfaches und bietet kaum mehr. Den Sea Bus zu nutzen war ein guter Tipp.
Übrigens erleichtert einem Google Maps und besonders die Local-Funktion die Orientierung in einer fremden Großstadt wunderbar. In einem Starbucks (WiFi) plane ich jeweils die nächsten Schritte, suche den passenden Bus heraus, den Weg zur Haltestelle - wirklich perfekt. Wie hat man das nur ohne Google früher gemacht? Der einmal gewählte Kartenausschnitt bzw. die Route bleibt ja auch ohne Netzverbindung bestehen, das hilft. [Nebenbemerkung: Ich verstehe hier in Vancouver, warum Google sein preiswertes Nexus 7 - Tablet nur mit WiFi ohne UMTS heraus bringt; das wurde ja in Deutschland oft kritisiert. Erkärung: Es ist in einer hiesigen Großstadt (USA, Kanada) wegen der zahllosen WiFi - Netze zum Einloggen schlicht nicht nötig. Fast jedes Lokal, Coffee Shop, Geschäft, Ferry Terminal usw. bietet kostenlos WiFi an. Das geht schon beinahe "seamless". Tolle Sache.]
Ja, ich also Richtung Stanley Park, dort sollte es laut Google Local einen guten Fahrrad-Verleih geben. Es gab deren mehrere. Ich hab mir also ein Rad geliehen (war der Bär los bei den Bike Rentals, ist total angesagt! die Bedienungen waren einige junge Deutsche) und bin um den Stanley Park immer den "Coast Wall" entlang gefahren. Weil das so viele machen, ist der Fahrradweg - Einbahnstraße! also nur gegen den Uhrzeigersinn zu nutzen. War ein tolles Vergnügen! Ich bin dann gleich noch weiter am False Creek entlang gefahren bis zum Stadium bzw. der silbernen Kugel des Science Centres. Da waren zwei Stunden mal richtig Bewegung angesagt, klasse.
Da es heute recht bedeckt ist und auch gerade noch angenehm warm, war das zum Radfahren ideal. Man glaubt es kaum: Vancouver ist total Rad-freundlich, die haben da richtig planvoll was umgesetzt. Überall gibt es auch in der City Bike Routes ausgeschildert, über Nebenstraßen kreuz und quer durch Downtown, an einigen Kreuzungen sogar mit eigener Vorfahrt-Berechtigung, super. An der Küste entlang sowieso. Das war für mich eine neue Entdeckung in Vancouver, kann mich nicht erinnern, dass es das so schon vor 5 Jahren gab. Vancouver - eine Biker City! Beeindruckt mich stark, dieses Vancouver. Kann man gut leben.
Trotz der wunderschönen, sonnigen Überfahrt von Vancouver Island (Nanaimo) nach Horseshoe Bay (Vancouver) hat sich mir die Schönheit der Bergpanoramen (schneebedeckt!) in der Mitte von Vancouver Island nicht enthüllt. Auch meine zweite Chance auf einen schönen Ausblick auf der Rückfahrt von Campbell River nach Nanaimo konnte ich wegen der vielen Wolken, die die ganze Insel einhüllten, nicht nutzen. Nur einmal lugten zwischen den Nebelwolken weiße Spitzen hervor. Es muss ein großartiges Panorama sein!
Abends in Vancouver war es wunderbar sonnig und sommerlich warm. Ich habe es genutzt, war zwar nicht bei "Stepho's" (der Hype um dieses viel gerühmte griechische Lokal besteht immer noch, wie die langen Schlangen abends zeigen), sondern bei einem Griechen daneben, da gabs aber auch gutes Essen und auch Platz. Gefüllt war es aber auch dort gut wie überhaupt in den Lokalitäten auf Davie's. Die Straße hat einfach was, ich liebe sie!
Heute wollte ich mich eher weniger planvoll treiben lassen. Es wurde dann aber doch ein volles Progamm. Zunächst bin ich mit dem Sky Train (so heißt hier die Metro) hinaus nach Metrotown gefahren, schon in Burnaby, dem Nachbarort, gelegen. Dort gibts die "Metropolis" die größte Mall von BC. Ich hatte Lust auf Shoppen und wollte außerdem dem Tipp des Reiseführers folgen, die schöne Aussicht aus dem Sky Train zu genießen, die einem die Stadtrundfahrt erspare. Stimmt auch. - Die Mall ist riesig, aber so richtig hat mich nichts "angesprungen". War also ein billiges Shoppen, nur Gucken. Da ich mit dem Rückfahrticket auch umsteigen kann, entschloss ich mich spontan, von Vancouver Waterfront aus den Sea Bus hinüber nach North Vancouver zu nehmen.
Übrigens erleichtert einem Google Maps und besonders die Local-Funktion die Orientierung in einer fremden Großstadt wunderbar. In einem Starbucks (WiFi) plane ich jeweils die nächsten Schritte, suche den passenden Bus heraus, den Weg zur Haltestelle - wirklich perfekt. Wie hat man das nur ohne Google früher gemacht? Der einmal gewählte Kartenausschnitt bzw. die Route bleibt ja auch ohne Netzverbindung bestehen, das hilft. [Nebenbemerkung: Ich verstehe hier in Vancouver, warum Google sein preiswertes Nexus 7 - Tablet nur mit WiFi ohne UMTS heraus bringt; das wurde ja in Deutschland oft kritisiert. Erkärung: Es ist in einer hiesigen Großstadt (USA, Kanada) wegen der zahllosen WiFi - Netze zum Einloggen schlicht nicht nötig. Fast jedes Lokal, Coffee Shop, Geschäft, Ferry Terminal usw. bietet kostenlos WiFi an. Das geht schon beinahe "seamless". Tolle Sache.]
Ja, ich also Richtung Stanley Park, dort sollte es laut Google Local einen guten Fahrrad-Verleih geben. Es gab deren mehrere. Ich hab mir also ein Rad geliehen (war der Bär los bei den Bike Rentals, ist total angesagt! die Bedienungen waren einige junge Deutsche) und bin um den Stanley Park immer den "Coast Wall" entlang gefahren. Weil das so viele machen, ist der Fahrradweg - Einbahnstraße! also nur gegen den Uhrzeigersinn zu nutzen. War ein tolles Vergnügen! Ich bin dann gleich noch weiter am False Creek entlang gefahren bis zum Stadium bzw. der silbernen Kugel des Science Centres. Da waren zwei Stunden mal richtig Bewegung angesagt, klasse.
Da es heute recht bedeckt ist und auch gerade noch angenehm warm, war das zum Radfahren ideal. Man glaubt es kaum: Vancouver ist total Rad-freundlich, die haben da richtig planvoll was umgesetzt. Überall gibt es auch in der City Bike Routes ausgeschildert, über Nebenstraßen kreuz und quer durch Downtown, an einigen Kreuzungen sogar mit eigener Vorfahrt-Berechtigung, super. An der Küste entlang sowieso. Das war für mich eine neue Entdeckung in Vancouver, kann mich nicht erinnern, dass es das so schon vor 5 Jahren gab. Vancouver - eine Biker City! Beeindruckt mich stark, dieses Vancouver. Kann man gut leben.
Mehr Fotos gibts wieder im Google Webalbum.
Standort:
Vancouver, British Columbia, Kanada
Montag, 13. August 2012
Kulturschock in Vancouver
Ich bin nun in Vancouver angekommen und erlebe einen "Kulturschock". Es ist kein Schock, weil ich aus der Wildnis Alaskas nun in Kanada bin, es ist auch nicht der Schock der Großstadt, es ist auch nicht der Schock des fröhlichen Multikulti und Gay-Treibens an der Davie Street. Nein, der Kulturschock ist viel größer und trifft mich viel härter: Es ist SOMMER, es ist HEISS, man läuft in Shorts und T-Shirt rum und SCHWITZT, WOW :-)
Vancouver ist wirklich eine quirlige Stadt. Mich irritieren etwas die vielen neuen Glastürme mit Appartements, die überall in Downtown hoch geschossen sind, vor allem auf der Harbour-Seite im Norden und Westen von Downtown. Da ist auch nach Olympia noch einiges entstanden. Nur die Davie Street ist bunt und fröhlich wie damals 2007, als ich das erste Mal hier war. Übrigens habe ich bewusst wieder "harbour" geschrieben und nicht "harbor", denn hier ist nicht mehr US-Amerika, hier wird britisch gesprochen und geschrieben: Es heißt drum auch City Centre (nicht Center), und im Lokal verlangt man zum Bezahlen "the bill please" (nicht "check please"). Es sind nur Kleinigkeiten, sie zeigen aber etwas an. Kanada hebt sich doch signifikant ab von den USA, offenbar ganz bewusst. Man pflegt das britische Erbe und ist sehr bewusst "Canadian". Es fühlt sich wie ein etwas mehr europäisches Amerika an. Aber nein, es ist doch noch anders, eben Kanada!
Zu Vancouver will ich heute ansonsten nichts weiter schreiben. Natürlich gehe ich an den Sunset Beach an der English Bay, meinem liebsten Ort in Vancouver. Vielleicht stelle ich später noch ein Foto ein. Ich komme in einer Woche hierher zurück und bin dann auch 3 Nächte in Vancouver. Dann ist Zeit, die Stadt mehr zu entdecken, zu genießen und davon zu erzählen. So viel vorweg: Es gefällt mir wieder ausgezeichnet hier! Morgen fahre ich mittags mit der BC-Fähre von Tsawassen (südlich von Vancouver) hinüber nach Vancouver Island, nach Victoria. Das soll die britischste Stadt Kanadas sein, bin gespannt. Auftakt zu Vancouver Island!
Ein paar Fotos mehr gibt es noch im Google Webalbum.
Ein paar Fotos mehr gibt es noch im Google Webalbum.
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