Freitag, 10. August 2012

Auf die Fähre

Heute Nachmittag besteige ich die Fähre des Alaskan Marine Highway und fahre damit 2 Nächte und knapp zwei Tage bis hinunter nach Canada, immer nach Süden durch die "inside passage", also zwischen den Inseln und Fjorden hindurch. In Prince Rupert betrete ich dann kanadischen Boden im Staat British Columbia. Die Seereise mit dem Fährschiff wird ein Abenteuer, denn sie ist nicht so "normal". Ich habe keine Cabin gebucht, werde die Nächte also in den Sitzen verbringen. Mal sehen, wen man dort alles antrifft!

Ganz bestimmt gibt es auf dem Schiff kein Internet oder Telefon. Den nächsten Blogeintrag gibt es also erst wieder am Sonntag in Kanada. Auf dem Notebook "vorschreiben" werde ich aber, ist ja mein Reisetagebuch. Ich habe soeben die beiden Webalben von Glacier Bay und Juneau noch um ein paar Bilder von der Smartphone-Kamera ergänzt. - Jetzt habe ich erstmal noch einen halben Tag Zeit in Juneau. Ich will auf den Mt. Robertson...

Capital of Alaska


Juneau, Alaska

Das hätte ich nicht gedacht, dass sogar Juneau noch zum kleinen Abenteuer wird. Ich hatte für den Flug von Glacier Bay nach Juneau (25 Min.) diesmal die Buchung bei einer Airline namens Air Excursions. Die Firma passte zu dem Mini-Flugfeld: Sie bot tatsächlich nach Flugplan die Beförderung an, max. 4 Passagiere (3 eng auf der Rückbank, einer neben dem Piloten = ich) in einer kleinen einmotorigen Maschine - keine Kontrollen, kein Check-in, wunderbar. Dafür ein „exklusiver“ Flug in niedriger Höhe (2300 ft.) über die Fjorde und Inseln, war toll! Es war natürlich stark bewölkt, aber der Pilot blieb immer unter der Wolkendecke. Dann mit Taxi (mit einem anderen Paar geteilt, halbe Kosten) nach Juneau.

Also was sage ich: ein Kreuzfahrerparadies. Drei dicke Pötte lagen da, es können bis zu 5 direkt anlegen, manchmal seien es aber acht, erzählte der Taxifahrer. Entsprechend touristisch ausgerichtet ist die kleine Stadt (30.000 EW), immerhin Alaskas Hauptstatd und Regierungssitz mit Capitol; den vorigen Beitrag musste ich entsprechend korrigieren. Apropos voriger Beitrag zu Glacier Bay: Da gibts jetzt den Link zum Webalbum mit allen Glacier Bay Fotos.


Erst war es noch recht trocken und freundlich draußen, ich konnte mein Zimmer am Vormittag noch nicht haben, nur die Tasche schon mal abstellen, und machte mich auf Erkundungstour. Nun, alles auf Kurzausflüge zahlungskräftiger Schiffstouristen abgestellt. Die Shops mit Souvenirs und Schmuck natürlich auch. Ein ziemliches Gewimmel in den Straßen, denn es liegen tatsächlich nicht nur US-Schiffe hier, einen Neuseeländer sah ich zumindest der Flagge nach. Entsprechend international ist das Publikum. Es muss sich auf Regen einstellen. Juneau gehört zu den regenreichsten Orten Alaskas. Die Hiesigen gehen meist in Gummistiefeln. Sie werden darin wohl geboren. Später am Tage hats dann auch ziemlich geschüttet. Jetzt abends ist es wieder freundlich; das wechselt total. Übrigens: Den Wetterbericht kann man hier vergessen.

Kurz zum Hotel: Feines Hotel am Ort, innen im Jugendstil eingerichtet, wirkt antik, ist aber recht modern, ein "Upgrade" wäre nötig. Ich musste ewas reichlich auf mein Zimmer warten, bekam dann ein anderes, das schon frei war, was aber nicht stimmte, als ich dort mit gültiger Key Card hinein stürmte... Gut, den fremden Gast habe ich zum Glück nicht gesehen, aber seine Sachen. Da hatte also der Computer Mist gebaut. So etwas kann also auch passieren: Man bekommt zum „Einbrechen“ eine gültige Key Card für ein fremdes Zimmer... Also musste ich doch noch auf mein reserviertes Zimmer warten, in das ich dann, als es fertig sein sollte, mit „Kammerdiener“ hinauf geleitet wurde. Es war aber keineswegs fertig. Wieder zurück 6 Etagen tiefer in der Lobby. Ich verlangte erst mal einen Kaffee und dann bitte endlich ein Zimmer. Warten, Rücksprache im hinteren Raum, der Kaffee kam, dann auch der Manager, der sich vielmals entschuldigte und mir ein kostenloses „Upgrade“ in ein Zimmer im 8. Stock mit See- / Hafenblick und „king size“ Bett anbot. Firstclass! Nun wohne und throne ich hier also hoch über dem Hafen wie der Fürst von Moskau, denn das Hotel heißt Baranov :-)

Gleich gehts zum Essen in ein spezielles Seafood Restaurant, bin gespannt. Preiswert wirds vermutlich nicht sein, Hauptsache gut. Morgen bin ich halbags noch hier, und dann gibts ein neues Abenteuer. Nein, ich meine noch nicht die Seereise. Ich muss erstmal dorthin kommen. Die Besteigung der Fähre im recht weit außerhalb der Stadt liegenden Fährhafen, entweder mit sauteurem Taxi, oder mit öffentlichem Bus zweidrittel der Strecke bzw. bis zum Airport, und von dort ein Taxi nehmen. Denn es gibt keine öffentliche Verbindung zum Fährhafen, die rechnen also eher mit Autofahrern. Mal sehen, wie ich es letztlich machen werde.

Also von wegen Ruhetag: Fortwährend Überraschungen und neue „action“ - so ist das auf Reisen, und das macht es ja letztlich erst richtig spannend!

Und hier rechts noch ein historisches Bild von Juneau an einer Wand in der Wharf Mall. Erz hat man hier einst gebuddelt. Heute nimmt man mehr die Touris aus. Drum ist auch der Fährhafen so weit draußen: Ein Liegeplatz downtown ist viel zu teuer...
Mehr Fotos gibts hier wieder im Google-Webalbum.

Mittwoch, 8. August 2012

Wunderegenwelt Glacier Bay


Glacier Bay National Park, Alaska

Glacier Bay liegt im nordpazifischen Rainforest - Gebiet, in dem schmalen zu Alaska gehörigen Küstenstreifen, hinter dem sogleich British Columbia, Canada, beginnt. Rainforest kann man wörtlich nehmen: sehr viel Wald, sehr viel Regen, dazu Fjorde, Gletscher, Wildtiere, und eine insgesamt beeindruckende Landschaft voll stiller Größe. Denn sie strahlt Ruhe aus, fast etwas Majestätisches und zugleich Wildes, auf das man sich da einlässt. Kurzum: Die Tagesfahrt heute auf dem Katamaran-Boot tief in die Fjordlandschaft hinein bis dahin, wo die Gletscher ins Pazifikwasser stürzen (drum heißen sie auch tidewater glacier), war absolut toll, einfach atemberaubend.

Es hat geregnet, geschüttet sogar; es wurde draußen immer eisiger und windiger, man hat gefroren - und es war dennoch herrlich. Drinnen im modernen Boot war natürlich Wärme, und vor allem gabs heiße Getränke und eine warme Suppe, aber durch die regennassen Fenster war nicht viel zu erkennen, man musste und wollte raus aufs Deck! Die grauen Bilder können die Stimmung und die Erhabenheit der Gletscherwelt kaum wieder geben. Dies ist bestimmt einer der ruhigsten, rauesten und abgeschiedensten Orte - und dennoch voller Wunder und voller Schönheit. Hierher zu fahren, schwierig genug, ist allemal lohnend, in gewisser Hinsicht sogar mehr als zum Denali, denn hier gibt es absolut keinen Rummel: die wunderschöne erstklassige Lodge, das ist alles. Und die ist jetzt im Spätsommer noch nicht mal ausgebucht. Ganz Verwegene fahren mit dem Kayak und Camping-Ausrüstung in den Fjord hinein und übernachten einige Tage im Park; wir haben zweimal zwei solche Liebhaber der Wildnis wieder wie verabredet an Bord genommen.

Zur Hinreise: Ich kam mit Alaskan Airlines von Anchorage, die meisten kommen aus Seattle nach Juneau, der Hauptstadt Alaskas (Der Wechsel zu Anchorage wurde oft diskutiert, aber letztlich ist Juneau die Capital of Alaska geblieben), dort muss man umsteigen, um noch 20 Minuten hinüber zu fliegen nach Gustavus, einer kleinen Siedlung im Nirgendwo, die nur übers Wasser oder durch die Luft zu erreichen ist. Aber sie ist die Ankunftstelle für den Glacier Bay National Park. Viele besuchen ihn nur per Kreuzfahrtschiff auf der Durchreise, siehe Foto. In Juneau gab es gestern eine 90 minütige Verzögerung, weil irgend etwas an der Maschine war, ehe wir die 20 Minuten nach Gustavus „hüpfen“ konnten. Zur Lodge gibt es dann einen kostenlosen Bustransfer. Der wird mich auch morgen wieder zum Mini-Airport (air strip) zurück bringen, von wo ich wieder nach Juneau fliege. Dort bleibe ich eine Nacht, ehe es dann auf das Fährschiff des Alaskan Marine Highway geht. Der Glacier Bay National Park ist tatsächlich ein echter Geheimtipp.

Ach ja, weitere Bilder zu diesem Beitrag liefere ich später nach, hier ist eine etwas geringere Bandbreite vorhanden. Also bald nochmal nachschauen!

UPDATE am Donnerstag: Hier nun der Link zu dem Google Webalbum von Glacier Bay! Hier in Juneau gibts im Hotel wieder eine rasant schnelle Netzverbindung. Mehr zu Juneau (Achtung, Korrektur: Juneau ist die Hauptstadt Alaskas! siehe oben) später im neuen Beitrag.

Dienstag, 7. August 2012

Sommer-Feeling

Sommerfeeling in Anchorage - so lässt es sich auch hier gut leben!



Man merkt: Anchorage hat mir gut gefallen!

Montag, 6. August 2012

Mount McKinley - Denali

Hier also ein paar Fotos, die für sich selbst sprechen. Denn heute Vormittag, während meiner Fahrt um die McKinley-Range herum auf dem Parks Highway zurück nach Anchorage, da zeigte sich der "heilige" Denali in unverhüllter Klarheit und Schönheit - nicht ein einziges Wölkchen bedeckte seine Blößen :-)


Man sieht ihn erst immer näher kommend, dann ziemlich dicht und dann sich wieder entfernend bei solch klarem Wetter wie heute (nur am Vormittag, jetzt ist es wieder voller Wolken) fast auf der ganzen 400 km langen Strecke! Der Parks Hwy ist wirklich bei guter Sicht (!) der absolute Hammer, und es gibt allenfalls noch zu wenige Viewpoints. Man kommt dann aber wegen der vielen Stopps und Ahs und Ohs nur langsam voran.


Hier also die Kostproben - und im Google-Album noch mehr davon: der Mount Mc Kinley, 6193 m hoch und höchster Berg Nordamerikas. Wow, ich hatte so viel Glück - und zeige nun diese "Kalenderfotos"! Das war wirklich die absolute Krönung meiner "Denali Experience" heute.


Kantishna Experience - Tagestour im Denali


Denali National Park, Alaska, USA

Das sollte das erste Highlight werden - und war es auch! Es war ein großartiger Tag in diesem ungemein reichen und berühmten Nationalpark. Der Denali, gegründet 1917, gehört zu den ältesten Nationalparks der USA. Er wurde mehrfach erweitert und umfasst heute ein Gebiet von der Größe Hessens, schätzungsweise. Nur der kleinste Teil, eigentlich ein einziges Talsystem, ist durch die Park Road erschlossen; der Rest ist pure Wildnis.

Die Park Road ist nicht öffentlich und wird nur von Shuttle Bussen und den von Rangern geleiteten Bustouren befahren. Bis zum Endpunkt Kantishna sind es 92 Meilen = ca. 150 km. Kantishna wurde durch einen kurzen Goldrausch 1905/06 berühmt - und mit ihm Joe und Fannie Quigley, die hier als Pionierhelden verehrt werden, besonders die „toughe“ Fannie. All das und noch viel mehr wurde uns auf der Tour nett erzählt von unserem Ranger. Das wichtigste aber war die Naturerfahrung und dabei besonders das Achten und Entdecken, dann Beobachten und Fotografieren der Wildtiere!

War es auch mit dem Wetter nur teilweise optimal (kein Mount McKinley zu sehen, dafür aber tolle Wolkenstimmungen), so schien dieser trockene, aber eben auch etwas verhangene Tag die Wildtiere besonders aus dem Busch zu locken. Jedenfalls bekamen wir zahlreiche Grizzly Bären, Karibus, das sind Rentiere, Elche, hier Moose genannt im Singular und Plural, Koyoten, Dall Schafe (eine Besonderheit in Alaska), Adler und natürlich die Eich- und Streifenhörnchen (squirrel) zu sehen.

Es waren so viele, wie es sonst nicht häufig vorkomme, so der Ranger, vielleicht auch uns zum Trost. Jedenfalls war es doch im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend, so dicht und in freier Wildbahn diese Tiere ohne Scheu sehen zu können. Wir blieben bei den Grizzlys allerdings stets im Bus, um die Bären nicht zu erschrecken... Ja, im Ernst. Sie seien jetzt kaum angriffslustig, nur wenn sie überrascht werden, seien sie unberechenbar. Sie suchen eifrig Beeren und Pilze, also Fett, Zucker und Eiweiß für den Winterspeck.

Es war einfach toll, man kam aus dem Schauen und Staunen nicht heraus. Im Bus übrigens wurden kaum Gespräche geführt, es war ziemlich still, nur ab und zu ein „Stop“, wenn wieder ein Wildtier gesichtet wurde. Mit „Wildtier“ gebe ich hier den vom Ranger stets verwandten Ausdruck „wildlife animal“ wieder. Erst ganz zum Ende der Tour, nach knapp 12 Stunden, löste sich die Anspannung wieder, und es wurde im Bus fröhlicher und munterer. Aber was war das auch für ein Erlebnis gewesen, das wir 29 Leutchen an diesem Tag miteinander geteilt hatten!

Abends habe ich den Tag mit einem leckeren gegrillten Alaska Salmon ausklingen lassen. Nur ewas traurig war ich schon, dass ich nun so gar nichts vom Mount McKinley zu sehen bekommen hatte. Eine letzte Chance bestand ja noch am nächsten Tag, wenn es auf der Rückfahrt zu in etwa um den Mount McKinley herum wieder südwärts gehen sollte. Und viel zu kurz war die Zeit am und im Denali allemal. Der Park allein ist eine solche Reise wert!

Ich habe eine Unmenge Fotos geschossen, leider die GPS-Daten aufzuzeichnen vergessen, macht aber nichts, denn es ging ja stets nachvollziehbar die Park Road entlang, kann man, wenn man mag, bei Google Maps nach schauen. Ich habe eine „kleine“ Auswahl getroffen, heute, am Tage danach, wo ich nun wieder im Anchorage bin und mit diesem Blog und den Fotos die Erlebnisse des gestrigen und, so viel darf ich schon verraten, des heutigen Tages zu verarbeiten suche. Denn der Mount McKinley, oder auch Mount Denali (in der Sprache der Ureinwohner, darum wird das „a“ auch wirklich als „a“ gesprochen), hatte sich nur für eine extra Show heute vorbereitet!

Seht die trotz Auswahl immer noch zu vielen Fotos im Google Webalbum. Die Geschichte von heute folgt gleich im nächsten Beitrag.

Samstag, 4. August 2012

Unterwegs zum Denali

Bei trübem Wetter bin ich morgens zum Denali National Park aufgebrochen, 400 km Fahrt nach Norden ins Landesinnere. Zunächst ging es im weiten Tal des Susitna Rivers aufwärts, gerahmt von arktischen Tundrawäldern (Fichten (spruce), Birken) und hohen Bergen, an zwei Stellen mit fantastischem Ausblick auf die mächtige Berg- und Gletscherwelt des Mount McKinley. So stehts im Reiseführer. Zu sehen war leider überhaupt nichts, da es inzwischen heftig zu regnen begonnen hatte. Nun, ich habe am Montag auf der Rückfahrt eine weitere Chance, und natürlich morgen. Der Wetterbericht verheißt Besserung. Schon bei der Ankunft im Park, jenseits des kleinen Passes nunmehr im Tal des Nenana River, hatte es bereits aufgehellt.

Ich habe mich beim Visitor Center informiert und auch gleich eine kleine Wanderung unternommen. Man ahnt schon die weitläufige Bergwelt mit dem ganz eigenen arktischen Charakter, gerade auch bei der Flora. Es blüht übrigens jetzt in Alaska aller Orten wunderschön, besonders beherrschend ist das leuchtende Rot der Weidenröschen! Der Duft in den lichten Föhrenwäldern ist sehr würzig, recht anders als bei uns, aber sehr angenehm. Überall sind auch Beeren und Pilze zu finden - wird Zeit dass sich die Bären, Luchse, Elche ihren Winterspeck anfuttern. Ach ja, Regeln im Park: Kommt ein angriffslustiger Elch: Weglaufen. Kommt ein neugieriger Bär: Bloß nicht weglaufen, sondern stehen bleiben ("stand the ground"), mit den Armen über dem Kopf fuchteln und beruhigend auf den Bären einreden. Na, wenn das man hilft...

Vor dem Eingang zum Park, also außerhalb der Parkgrenzen (nach meiner groben Schätzung ist der Denali so groß wie Hessen), hat sich eine Hotelstadt entwickelt nach total amerikanischem Muster, ich werde sie gleich erkunden und vielleicht auch noch ein Foto machen zu dokumentarischen Zwecken. Ich wohne in einer der vielen Hotelanlagen, bestehend as zahlreichen Hütten oder besser Chalets mit allem Komfort. "Meine" Anlage hat 384 Zimmer...  und ist wie gesagt eine von mehreren solchen Hotel - Dörfern, die zusammen die Denali Hotelstadt ergeben. Sie ist allerdings mitten in den Wald gebaut und recht gut versteckt. Erst wenn man rein fährt, sieht man, wie groß sie ist - und welches Gewimmel da herrscht! Drum herum die Landschaft ist wunderschön.

Ebenfalls typisch amerikanisch, was ich sehr zu schätzen weiß: Überall gibt es freies, also wirklich frei ohne Passwort zugängliches WLAN, sogar hier in der "Wildnis", also in Denali Stadt, in meiner Blockhütte und auch im Visitor Center. Das ist auch in Anchorage so. Jedes Cafe oder Restaurant, auch Geschäfte, haben freien Internetzugang. Es fehlt nur noch eine praktikable Mashup-Technik zum Wechseln der WLAN-Zugänge, dann könnte man auf den Mobilfunk fast verzichten. Tolle Sache! Da hinken wir noch um Jahre (und Mentalitäten) zurück...

Morgen geht es dann früh um 7 Uhr los zu einer geführten Tagestour mit Bus tief in den Denali Park, 12 Stunden lang. Also gehts heute früh zu Bett :) Vielleicht binde ich später noch ein Fotos aus "Denali City" an dieser Stelle ein. -

Jetzt ist später, und diese Touristenmeile ist schlimmer, als ich dachte, obwohl bei den Besuchermassen unvermeidlich. Die Alaska Railway hat übrigens in Denali einen nagelneuen Bahnhof spendiert bekommen, muss sich wohl lohnen.

Es ist noch heller geworden, der Wetterbericht ist gut, also habe ich große Hoffnung, dass es morgen ein schöner Tag wird am Mount McKinley!


In diesem Webalbum gibt es jetzt und demnächst noch mehr und vor allem schönere (hoffe ich) Fotos direkt aus dem Denali Nationalpark:
Google Webalbum Denali

Kenai Peninsula

Heute war Traumwetter, das brachte Aussichten und Fotos wie für den Kalender. Und Alaska zeigte alle seine Reize: eine überwältigende arktische Landschaft mit Gebirgen, Seen und Wäldern! Es geht gleich hinter Anchorage los mit den fantastischen Ausblicken über die Pazifikbucht mit Namen "Turnagain Arm". Da beginnt auch der große Chugach State Park, ein beliebtes Ausflugsziel nahe bei Anchorage zum Wandern, Fischen und Jagen. Dabei handelt es sich um pure Wildnis mit all ihren Herausforderungen und Gefahren, nur entlang dem Seward Highway gibt es ein paar gut ausgeschilderte und daher für "Normalos" geeignete Lehrpfade.

Weiter ging es um diese Bucht herum zur Kenai Peninsula, einer gut erschlossenen Halbinsel, die bei den Bewohnern von Anchorage und vielen Besuchern als besonders angenehmer und schöner Teil Alaskas gilt. Nicht zu viel versprochen: Es tat sich eine atemberaubende Landschaft auf: Weite Täler, viele Seen, hohe Berge, bisweilen tiefe Schluchten, Gletscher und ihre reißenden Abflüsse - und Wälder, Wälder, Wälder. Also Alaska wie im Traum!
Hier erlebt man die Weite Alaskas, selbst auf diesem leinen Zipfel, welcher die Kenai-Halbinsel ja nur ist. Ich hatte mich mit der Entfernung ziemlich verschätzt und habe für eine Strecke fast drei Stunden gebraucht. Von wegen "mal eben nach Seward fahren"! Aber es hat sich gelohnt, denn auch Seward, dieser kleine Ort, an dem alle Wege und Straßen enden (also Straße gibts streng genommen nur die eine, den Seward Hwy), hat seinen ganz besonderen Reiz, umgeben von Gletschern und Schneebergen direkt an einem Fjord (Inlet) des Blying Sound.

 Es ist ebenfalls Anlaufstation für Kreuzfahrtschiffe, die von hier aus Ausflüge zu den Gletschern anbieten. Außerdem ist Seward offenbar als Ort fürs Wochenende bei den Leuten aus Anchorage beliebt, denn heute reihten sich die RV's nur so an den Uferstandplätzen aneinander. Es liegt zwar im hintersten Winkel, wirkt aber keineswegs hinterwäldlerisch. Und wenn dann die Sonne so herrlich scheint, wird es auch in Alaska so richtig schön warm!

Es ließe sich noch so viel erzählen von Menschen, die ich dort getroffen habe, von den Trupps von "Silberlocken" aus dem Kreuzfahrtschiff, von einem tollen Lunch-Restaurant (gemäß meiner bewährten Regel: rein gehen, wo's voll ist), von immer wieder atemberaubenden Ausblicken und Ansichten - ich konnte allerdings nicht jedes Mal anhalten zum Fotografieren, sonst wäre ich gar nicht voran gekommen. So habe ich einen herrlichen Tag in Alaska erlebt - und morgen geht es nun weiter nach Norden, in die Berge, zum Denali National Park am Fuße des Mount McKinley. Vielleicht habe ich ja auch dort Glück mit der Sonne :)

Zum Schluss noch ein Bild für den Kalender:


Im Google-Webalbum sind noch einige Fotos mehr zu sehen.

Freitag, 3. August 2012

Gemütliches Essen und Trinken

In Anchorage kann man wirklich gut essen und trinken. Allein die beiden Home Breweries sind ein Besuch wert. Gestern war ich in der Snow Goose Heimbrauerei: gutes Essen, klasse Bier (I.P.A.!), gut besucht und nette Stimmung. Sogar auf der Terrasse war etwas Leben - in Anchorage muss man hart sein und zufrieden mit dem, was einem der Sommer bietet. Aber der Blick dort oben auf die Bucht ist auch zu schön. Und das Bier ist ausgezeichnet.

Was mir wieder auffällt ist, dass die Amis immer noch nichts in Sachen Müll gelernt haben: Es wird massenhaft Plastikmüll produziert und weggeworfen. Beim Frühstück, in der Fressmeile der Mall, sogar gestern in der Brauereigaststätte: Immer Plastik oder festes Papier (geht ja noch), Plastikbestecke . und die riesigen Mülltonnen. Einem Europäer sträuben sich dabei die Haare über so viel Unvernunft. Aber wenigstens das Bier gibts aus dem Glas!

Heute Morgen bin ich besonders gut drauf und will auch gleich los auf die Kenai Peninsula im Süden von Anchorage.
Denn:
DIE SONNE SCHEINT!!!

Hier noch zum Schluss das Fotos von der Terrasse gestern Abend.






Donnerstag, 2. August 2012

Anchorage zum Ersten

Heute habe ich also Anchorage erkundet. Das geht gut zu Fuß, denn "Downtown" ist doch auf wenige Straßenzüge, also auf die 4. bis 6. Avenue begrenzt. Das Hotel liegt auch zentral, was soll ich also die paar Meter mit dem Auto fahren. Andererseits: Der REGEN ...

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Das ist aus meinem Zimmer aufgenommen. Nun, US - Städte, die auf freiem Feld erbaut sind, haben selten etwas Anheimelndes. Das gilt auch für Alaskas Hauptstadt. Dennoch versprüht sie ein ursprüngliches nordisches Flair in den Straßen mit den vielen Restaurants und Gift-Shops (also Andenkenläden), die reichlich Alaska-Typisches anbieten (Handschnitzereien und -webereien, Fellbekleidung und alle Sorten Outdoor-Ausstattung bzw. was den Touristen dafür verkauft wird). Es ist auch alles gut besucht, es wimmelt geradezu von Touristen. Die meisten sind offenbar, wie man an den Kreuzfahrer Erkennungs-Button der Gruppen sieht: " MS Arctic Sun" und ähnliches. Aber viele starten auch mit der Alaska Railway nach Fairbanks. Es sind fast alles US-Amerikaner; Europäer oder Deutsche habe ich bisher nur wenige getroffen.

Es wird noch bessere Fotos von Anchorage geben!
Aber neben dem Kennenlernen der Stadt, dem Schnuppern von Alaska-Luft (es gibt auch eindrucksvolle Typen hier, Cowboys auf nordisch) stand auch Kultur auf meine Programm: Ich habe das "Anchorage Museum" ausgiebig besucht. Das war hochinteressant, denn man findet darin die unterschiedlichsten Ausstellungen und Projekte, die sich mit der Geschichte Alaskas und vor allem der der nativen Bevölkerung ("first people") beschäftigen. Die Ausstellungen und Projekte (Smithonian) sind toll gemacht und vermitteln einen guten Überblick über dieses rauhe, aber reizvolle Land, seine Kulturgeschichte, besonders auch die Geschichte der Unterdrückung der eigenständigen Kulturen (Inuit, Athabasca, Tlingit, Haida u.a.), die sich heute zum Glück wieder eines großen Interesses angesichts eines gestiegenen Selbstbewusstseins der "First People" erfreuen. Da konnte man stundenlang herum gehen, lesen und erstklassige Multimedia-Angebote wahrnehmen. Schon deswegen fühle ich mich jetzt erst richtig in Alaska angekommen.


Nach dem Museum ist der Himmel aufgerissen, und so konnte ich sogar noch einen Blick auf die Meeresbucht werfen, an der Anchorage liegt: das Cook Inlet. Das sieht doch schon ganz nett aus. Auch die Gebirsgzüge sind immer wieder zwischen den Straßen zu erkennen. Auf den nahen Bergen hat es Neuschnee gegeben...

Die Ankunft

Nun bin ich also In Anchorage angekommen, in ALASKA !! Die Reise gestern ist bestens verlaufen, auch mein Gepäck war gleich auf dem Band. Es gab keinerlei Probleme mit den Flügen. Die Verzögerung in Frankfurt beim Abflug (Ladeluke schloss nicht) konnte unterwegs aufgeholt werden, so dass wir fast pünktlich in San Francisco gelandet sind.


Der Airbus A 380 ist wirklich ein Riesenvogel, fliegt so komfortabel wie der Jumbo (Boeing 747), und die Beinfreiheit hat die Lufthans etwas großzügiger gestaltet. Überhaupt ließ der Service nicht zu wünschen übrig, war angenehm überrascht über diese deutliche Verbesserung bei der Lufthansa. Meine früheren Erfahrungen mit LH waren nicht so pralle .-  Das Umsteigen in San Francisco ging ebenfalls ohne Probleme, sogar die Einreise (US immigation) ging zügig und endlich ohne das grüner Formular: ESTA funktioniert jetzt. Natürlich gibts Ganzkörper-Scanner, und zwar die Röntgengeräte, da wird beim Homeland Security Service nicht viel gefackelt. Wers nicht will, muss die USA meiden. Inzwischen nehmen sie Fingerabdrücke aller 10 Finger. - Zeit war massig, konnte noch in Ruhe was essen. Wie vermutet gabs dann bei United Airlines nix mehr kostenlos. Selbst das TV- und Enterntainment-Programm auf den kleinen Monitoren kostet was.  Zahlt man nicht, bekommt man nur Werbung zu sehen, und abstellen lassen sich die Dinger nicht. Wär für mich ein Grund, diese Airline zu meiden, geht nur schlecht, UA ist inzwischen die größte Fluggesellschaft der USA. Der Flughafen Anchorage ist ziemlich neu und stimmt den Ankömmling richtig auf Alaska ein. Er dient als wesentliche Basis für die Kreuzfahrten, die hier in Anchorage starten oder enden und sehr beliebt sind.

Dann habe ich hier noch eben um die Ecke ein Salmon (Lachs-) - Panini gegessen, sehr lecker, dazu zwei Bier getrunken (home brewed) und war dann wieder reif fürs Bett. Auf dem Flug von SFO nach Anchorage habe ich allerdings auch schon fast die gesamten 5 Stunden geschlafen. Es ist schon ein tolles Gefühl, jetzt tatsächlich in Alaska zu sein! Heute lasse ich es ruhig angehen und erkunde mal Anchorage, das ist ein sehr "übersichtlicher" Ort und sieht zwar amerikanisch, aber wenig nach "Hauptstadt" aus: eben Alaska, "the last frontier". Morgen bin ich auch noch hier, ehe es am Wochenende weiter geht zum Denali Nationalpark. Es herrscht noch ein trüber Himmel, soll aber besser werden.

Und dann kommen auch bald die ersten Fotos - versprochen :-)